Die wichtigsten Büroformen im Überblick

Im Laufe der Zeit haben sich eine Vielzahl von Büroformen ergeben und entwickelt – nicht zuletzt durch die stetig wechselnden Anforderungen der Büroorganisation. Im Folgenden finden Sie einen kleinen Überblick der gängigsten Büroformen.

Einzelbüro / Zellenbüro

Einzelbüro / Zellenbüro

Bis heute ist das Zellenbüro der Klassiker. Die Aneinanderreihung von Einzel- oder Doppelbüros entlang der Fassade ist charakteristisch, ein gemeinsamer Mittelflur erschließt üblicherweise die einzelnen Räume. Gedacht als Verkehrsfläche ohne weitere Verwendung, gibt der Flur auch den Zugang zu besonderen Funktionsflächen wie der Teeküche, dem Kopierraum, dem Archiv oder Besprechungsräumen frei. In modernen Bürogebäuden sind Zellenbüros häufig mit flexiblen Trennwänden versehen. Sie erhöhen die Flexibilität, weil einzelne Wände leicht verschoben und geöffnet werden können. In Verbindung mit Glaswänden oder raumhohen Schrankelementen entsteht optisch ein heller und leichter Eindruck.

Der größte Vorteil des Einzelbüros liegt im ungestörten Arbeiten. Die intensive Zusammenarbeit oder die ungestörte Kommunikation mit anderen Teammitgliedern ist dagegen weniger möglich. Schon bei einer Zweierbelegung des Büros verringert sich der Vorteil des ungestörten Arbeitens. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt, sobald der Büronachbar telefoniert oder Gespräche führt. Der Flächenbedarf von Zellenbüros ist im Vergleich zu anderen Bürotypen recht hoch. Dennoch kann die Arbeitsplatzanalyse ergeben, dass einzelne Funktionen oder Mitarbeiter auch zukünftig in einem Einzelbüro arbeiten müssen, wenn dem ungestörten Arbeiten oder der vertraulichen Kommunikation eine große Bedeutung zukommt.

Großraumbüro

Großraumbüro

Das klassische Großraumbüro ist durch eine offene Struktur und durch den Wegfall von festen Wänden gekennzeichnet. Die Bürolandschaft ist üblicherweise durch einzelne Stellwände und Schranksysteme gegliedert. Dadurch lassen sich einzelne Abteilungen oder Bereiche voneinander abgrenzen. Wände und Schränke haben eine leichte Akustikwirkung. Sie wirken etwas schallschluckend, so dass die Mitarbeiter im Großraum einem reduzierten Lärmpegel und einer verringerten Störung durch Gespräche und Telefonate der Kollegen ausgesetzt sind. Üblicherweise werden auf einer Ebene zwischen 30 und 100 Arbeitsplätzen angeordnet, wobei die Menge von der vorhandenen Fläche abhängt. Bei großer Raumtiefe sind die natürliche Belichtung und die Belüftung aller Arbeitsplätze nur in reduziertem Maße möglich.

Der große Vorteil von Großraumbüros ist das team- und projektorientierte Arbeiten. Eine offene und übergreifende Kommunikation der Mitarbeiter untereinander ist bequem möglich, der Austausch wird abteilungsübergreifend gefördert. Auch wechselnde Teamgrößen lassen sich leichter darstellen. In der modernen Variante spricht man von dem Großraumbüro auch als „Open Space“ oder „Open Plan Office“. In solchen Büros sind einerseits öffentliche und kommunikative Flächen vorhanden, andererseits gibt es temporäre Rückzugsmöglichkeiten in Form von kleinen Besprechungszonen oder „Denkerzellen“. Wenn sich aus der Arbeitsplatzanalyse und einem gemeinsamen Workshop mit den Beteiligten ergibt, dass das Großraumbüro die optimale Form für die Zusammenarbeit ist, müssen üblicherweise hohe Brandschutzanforderungen erfüllt werden. Sie sind einer der größten und teuersten Nachteile dieser Büroflächengestaltung.

Kombibüro

Kombibüro

Im Kombibüro sollen die Vorteile des Großraum- und des Zellenbüros vereint werden. Eine übliche Gestaltung enthält mehrere Ein- bis Zweipersonenbüros mit der Wand zugeordneten Arbeitsplätzen. Der Flur wird durch eine Multifunktionszone aufgewertet. Diese enthält Besprechungsbereiche, Kaffeebars, Bürotechnikecken, Ablagen und Archivflächen. Durch eine transparente Gestaltung der Systemtrennwände aus Glas ist die Mittelzone natürlich belichtet. Eine visuelle Kommunikation zwischen dem Arbeitsplatz und der Funktionszone bleibt erhalten. Konzentriertes Arbeiten und vertrauliche Gespräche sind in den Einzelbüros problemlos möglich. Gleichzeitig bleiben die spontane Kommunikation und der Austausch im Team voll erhalten. Der schnelle Wechsel von konzentrierter Einzelarbeit und von kommunikativer Teamarbeit ist optimal möglich. Der Mitarbeiter kann also individuell entscheiden, wann er ungestört arbeiten will oder den Austausch im Team sucht. Das Kombibüro gilt heute unter den klassischen Büroformen als zukunftsweisend, denn es passt sich wechselnden Arbeitsprozessen und Mitarbeiterstrukturen an.

Ein Bürotypenmix erlaubt die Gestaltung einer Etage oder eines ganzen Gebäudes mit den unterschiedlichen Büroorganisationsformen. Dadurch bleibt eine hohe Flexibilität erhalten, die Anpassung an verschiedenste Arbeitsstrukturen innerhalb eines einzigen Gebäudes oder eines Unternehmens ist darstellbar. Bei dieser Variante des Innenausbaus werden die klassischen Büroräume Zellen-, Gruppen- und Kombibüro miteinander gemischt, damit sich verschiedenste Anforderungen der Nutzer optimal verwirklichen lassen. Wichtigste Voraussetzung für diese flexible Nutzung des Gebäudes ist eine ausreichende Tiefe des Objekts.

Gruppenbüro

Gruppenbüro

Eine Weiterentwicklung des Großraumbüros ist das Gruppenbüro. Hier will man die Vorteile des Großraumbüros betonen und die Nachteile weitgehend reduzieren. Das gelingt durch abgeschlossene Büroräume mit einer Größe von bis zu 25 Arbeitsplätzen. Sie sind in einer offenen Bürostruktur angeordnet und nur wenig durch Stellwände und Schränke unterteilt. Jeder Gruppenraum ist mindestens mit einer Fensterfront ausgestattet. Transparente Trennwände zum Flur oder zu einer vorhandenen Mittelzone mit aktiver Nutzung können eingesetzt werden. So ist ein hoher Tageslichteinfall gewährleistet, und auch eine natürliche Belüftung und der ungehinderte Ausblick von allen Arbeitsplätzen sind möglich. Letztlich soll dadurch für alle Beschäftigten unabhängig von der Hierarchie eine identische Qualität des Arbeitsplatzes gegeben sein.

Im Gruppenbüro wird der ungehinderte und spontane Austausch untereinander gefördert. Deshalb lassen sich hier Team- und Gruppenstrukturen gut abbilden, gemeinsame Aufgabenerledigungen auch für kleinere Projektteams sind ideal darstellbar. Der Vorteil flacher Hierarchien bleibt bestehen, auch der Zusammenhalt im Team wird gefördert. Nachteilig kann sich die Beeinträchtigung der Konzentration durch akustische und visuelle Störungen auswirken. Auch eine eingeschränkte Vertraulichkeit am Arbeitsplatz wird von vielen Mitarbeitern als ungünstig empfunden. Insbesondere bei Aufgaben, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern oder bei vertraulichen Gesprächen ist dieser Bürotyp wie alle Großraumbüros nicht geeignet. Die Zwangsbindung an die eigene Gruppe und die fehlende individuelle Steuerung der Belüftung und des Raumklimas wird von vielen Mitarbeitern als störend eingeordnet.

Non territoriales Büro

Non territoriales Büro

Ein weiterer Trend in der modernen Bürowelt ist das non territoriale Büro. Hier ist eine feste Zuordnung der Mitarbeiter zu einem bestimmten Arbeitsplatz ganz oder mindestens teilweise aufgehoben. Die Mehrfachbelegung kommt für alle Bürotypen zur Anwendung. Vor dem Hintergrund eines wirtschaftlichen Flächeneinsatzes kann dieses Konzept sinnvoll sein. Die Organisationsform kommt vor allem für Mitarbeiter in Frage, die häufig im Außendienst, auf Dienstreisen oder auch in Besprechungen unterwegs sind.

Auch flexible Arbeitszeiten, die häufige Vergabe von Home Office oder die Zunahme von Teilzeitarbeit sind Argumente, die für die Mehrfachbelegung von Arbeitsplätzen sprechen. Persönliche Unterlagen der Mitarbeiter werden ausschließlich in verschließbaren Containern untergebracht. An das non territoriale Büro ist auch das Clean-Desk-Prinzip gekoppelt. Es besagt, dass der Arbeitsplatz von Arbeitsunterlagen und persönlichen Utensilien freibleiben soll. Somit geht mit dieser Arbeitsplatzform der Verlust des persönlichen Schreibtischs einher. Das wird von vielen Mitarbeitern als nachteilig empfunden.

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